Weihnachtsgeschichte

Heuer ist mit ABSTAND zwar alles etwas anders, aber die Weihnachtszeit bleibt etwas Besinnliches und Besonderes, daran wird auch Corona nichts ändern.

„Mama, brauchen wir heuer überhaupt einen Adventkranz, wenn Weihnachten sowieso ausfällt“, fragt Theo mit Tränen in den Augen und schluchzender Stimme, seine Mutter. „Wieso sollten wir keinen brauchen, wie kommst du denn überhaupt auf die Idee, dass es kein Weihnachtsfest geben wird“, fragt die Mutter ganz verwundert. „Papa und du, ihr habt euch ja heute Morgen beim Frühstück darüber unterhalten, sagte Theo, wie viele Leute jetzt schon krank sind. Was ist, wenn das Christkind auch Corona bekommt, dann gibt es doch kein Weihnachten mehr, oder“?

Die Mutter kniete sich zu Theo und nahm ihn in ihre Arme. „Schatz, heuer ist zwar mit ABSTAND alles etwas anders, aber die Adventszeit ist etwas wunderschönes und Besonderes, daran wird auch Corona nichts ändern. Wir werden auf jeden Fall einen Adventkranz machen“, sagte die Mutter! Woher kommt eigentlich der Adventkranz, wollte jetzt Theo wissen. „Das weiß ich nicht“, antwortete Sie. „Komm wir googeln einmal nach….“

„Da steht, dass vor ca. 180 Jahren ein Mann namens Johann Hinrich Wichern, ein evangelischer Theologe und Erzieher auf die Idee kam. Er leitete damals das Waisenheim „Rauhe Haus“ in Hamburg und sein Ziel war es, den Kindern ein Umfeld zu schaffen, in dem eine familieäre Atmosphäre von Offenheit und Aufrichtigkeit den Alltag bestimmten. In der Vorweihnachtszeit fragten die Kinder Wichern immer wieder, wann denn nun endlich Weihnachten sei. Um dieser Frage zuvorzukommen, nahm er ein großes, hölzernes Rad einer alten Kutsche und setzte darauf kleine rote Kerzen, welche für die Werktage standen (Die Anzahl der kleinen Kerzen variiert jährlich) und vier dicke weiße, welche die Sonntage symbolisierten. Diesen Kerzenleuchter hat er anschließend im Waisenhaus aufgehängt. Jeden Abend versammelten sie sich unter diesem Kranz, sangen Lieder, erzählten sich Geschichten und eines der Kinder durfte immer eine weitere Kerze anzünden. Am Sonntag vor Heiligabend brannten dann alle Kerzen, so dass der Raum in hellem Licht erstrahlte.“

„Das ist ja fast so wie bei unserem Adventskalender, viel Theo seiner Mutter ins Wort.” „Ja genau, du hast recht. Etwa 20 Jahre später begann Heimleiter Wichern damit, das Rad zusätzlich mit Tannenzweigen zu schmücken. Besucher vom Rauhen Haus fanden diese Idee so toll, dass sie zu Hause auch so einen wollten. Da die meisten aber nicht so viel Platz haben, wurde die Größe des Kranzes und die Anzahl der Kerzen geschrumpft. Hier steht auch noch, dass das Wort Advent „Ankunft“ heißt und auf die Geburt Christi hinweist,“ sagte die Mutter.

„Können wir jetzt einen Adventkranz basteln, fragte Theo ganz aufgeregt seine Mutter nach der Geschichte. „Ja, komm, lass uns in die Gärtnerei Angeloff gehen“, sagte sie. „Da gibt es alles was wir zum selber Basteln des Adventkranzes brauchen und ich kann mir auch noch ein Schale mit Skimmie und Christrosen für vor die Haustüre sowie einen Weihnachtsstern für den Esstisch kaufen“. „Können wir auch so eine Blume kaufen, die man nicht gießen muss“ fragte Theo hoffnungsvoll? Die Mutter lächelte. „Du meinst bestimmt eine Amaryllies – diese mag ich auch sehr gerne und wenn du möchtest, darfst du dir eine Wachsmantelfarbe aussuchen,“ sagte sie freudig.